{"id":946,"date":"2017-10-21T20:30:18","date_gmt":"2017-10-21T18:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gillinger.at\/psychotherapie\/?page_id=946"},"modified":"2026-01-07T14:34:01","modified_gmt":"2026-01-07T13:34:01","slug":"trauma","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gillinger.at\/psychotherapie\/trauma\/","title":{"rendered":"Traumatisierung"},"content":{"rendered":"<p>Unter Trauma versteht man eine schwerwiegende, belastende Lebenserfahrung, die bei den Betroffenen massive Gef\u00fchle der Hilflosigkeit, des Entsetzens, des Schmerzes hervorrufen. Man unterscheidet:<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>TYP I Traumata <\/strong><\/span>umfassen einmal auftrendende Ereignisse wie zum Beispiel Unf\u00e4lle oder Naturkatastrophen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>TYP II Traumata <\/strong><\/span>umfassen anhaltende und sich wiederholende traumatische Erfahrungen, die durch Menschen herbeigef\u00fchrt werden, dazu geh\u00f6rt k\u00f6rperliche Gewalt (sexueller Missbrauch, Folter, &#8230;), psychische Gewalt und Lebensbedrohung. Am h\u00e4ufigsten betroffen sind Menschen in Kriegs- und Krisengebieten sowie Menschen, die als Kinder in ihren Familien Opfer von Gewalt oder Missbrauch wurden. Von einer <strong>Bindungstraumatisierung<\/strong> spricht man, wenn die Traumatisierung durch wichtige Bindungspersonen zugef\u00fcgt wurde. Mit <strong>Entwicklungstrauma<\/strong> wird eine Traumatsierung bezeichnet, die fr\u00fch in der Entwicklung (Kindheit) stattfindet. Dadurch nimmt die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung Schaden.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Erfahrungen wie Verlust oder Vernachl\u00e4ssigung, z.B. in der Kindheit, k\u00f6nnen traumatisierend sein.\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>H\u00e4ufige Symptome nach einer TYP I Traumatisierung sind:<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>blitzartig auftretenden Erinnerungen an das Trauma (<strong>Flashbacks<\/strong>) und <strong>Albtr\u00e4ume<\/strong><\/li>\n<li>k\u00f6rperliche <strong>Gef\u00fchlsst\u00f6rungen<\/strong><\/li>\n<li>starke Belastungssymptome bei allem, was an das Trauma erinnert<\/li>\n<li>anhaltende <strong>Vermeidung<\/strong> von Aktivit\u00e4ten und Situationen, die an das Trauma erinnern k\u00f6nnten<\/li>\n<li><strong>Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit<\/strong><\/li>\n<li><strong>Schlafst\u00f6rungen<\/strong><\/li>\n<li>Unf\u00e4higkeit, wichtige Aspekte des Traumas zu erinnern (w\u00e4hrend des Traumas eine wichtige Schutzfunktion!)<\/li>\n<li><strong>Gef\u00fchl von Bet\u00e4ubtsein<\/strong>\/emotionale Stumpfheit\/Teilnahmslosigkeit\/Gleichg\u00fcltigkeit\/gedankliches Wegdriften<\/li>\n<li><strong>Interessenlosigkeit<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>H\u00e4ufige Symptome nach einer TYP II Traumatisierung sind:<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Gro\u00dfe Probleme die eigenen Gef\u00fchle zu regulieren<\/strong>. Betroffene haben Schwierigkeiten die Art, St\u00e4rke und Dauer dieser Gef\u00fchle (z.B. Wut oder Angst) zu beeinflussen. Oftmals kommt es zu Risikoverhalten oder selbstsch\u00e4digenden Verhalten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Die Art und Weise wie man sich selbst wahrnimmt ver\u00e4ndert sich grunds\u00e4tzlich in eine negative Richtung:<\/strong> Betroffene f\u00fchlen sich h\u00e4ufig minderwertig, unterlegen oder wertlos. Verbunden damit treten tiefgreifende Gef\u00fchle von Scham, Schuld oder Versagen im Zusammenhang mit dem traumatischen Ereignis auf.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Die Beziehungen zu anderen Menschen ver\u00e4ndern sich.<\/strong> Betroffene erleben andauernde Schwierigkeiten in wichtigen Beziehungen oder im Gef\u00fchl der N\u00e4he zu Anderen.<\/p>\n<\/li>\n<li><strong>Verlust von Erinnerungen<\/strong>, Neigung zu Dissoziationen<\/li>\n<li><strong>Somatisierungsst\u00f6rungen<\/strong>: zum Beispiel chronische Schmerzen, Symptome im Bereich des Magen-Darm-Trakts, des Herzens oder der Sexualfunktionen<\/li>\n<li><strong>Ver\u00e4nderungen der Lebenseinstellungen<\/strong>: Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sinnverlust, Verlust positiver \u00dcberzeugungen und Einstellungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Menschen traumatisiert werden, indem sie das Trauma eines anderen Menschen miterleben, spricht man von <strong>Sekund\u00e4rtraumatisierung<\/strong>. Betroffen sind oft Einsatzkr\u00e4fte und Menschen in helfenden Berufen sowie Angeh\u00f6rige.<\/p>\n<p>Chronifizierte Traumafolgest\u00f6rungen k\u00f6nnen zu Angstst\u00f6rungen, Depression, Essst\u00f6rungen, Suchterkrankungen usw. f\u00fchren.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren haben sich Traumatherapie-Konzepte, u.a. durch Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft, sehr stark weiterentwickelt und es konnten hoch wirksame Methoden zur Traumatherapie entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div style=\"height:29px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Trauma versteht man eine schwerwiegende, belastende Lebenserfahrung, die bei den Betroffenen massive Gef\u00fchle der Hilflosigkeit, des Entsetzens, des Schmerzes hervorrufen. 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