Berufsbezogene Belastungen

Arbeit und Beruf stellen eine wichtige Säulen unserer Identität dar. Wenn in diesem Bereich Probleme auftreten ist dies für die meisten Menschen sehr belastend.
Mobbing und Stress sind häufige Phänomene am Arbeitsplatz. Eine Arbeitslosigkeit andererseits führt oft zu Depression und Motivationslosigkeit. Ein Teufelskreis,  aus dem man schwer hinaus findet. Psychotherapie kann dabei unterstützen, berufliche Perspektiven für sich zu finden und wieder motiviert in den Berufs- oder Bewerbungsprozess einzusteigen.

Mit dem Begriff Burn-Out-Syndrom wird ein Erschöpfungszustand bezeichnet, der u.a. mit anhaltender Müdigkeit, reduzierter Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, sozialem Rückzug und einer negativen Einstellung  einhergehen kann. Häufig wird ein Burn-out auch von körperlichen Beschwerden wie Schmerzen, Bluthochdruck oder Schlafstörungen begleitet. Im Burnout findet das Stresssystem nicht zur Normallage zurück. Die Symptome können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. 

Es zeigt sich, dass Belastungen am Arbeitsplatz (Zeitdruck, emotional belastende Situationen, steigende Ansprüche, zunehmende Komplexität, …) heute so gelagert sind, dass sie von vielen Menschen auf Dauer nicht gut bewältigbar sind. Burn-out ist ein schleichender Prozess, es gibt niemals nur eine Ursache.

Neben der Arbeitssituation und Arbeitsmarktlage hat die Art und Weise, wie man mit Belastungen und mit sich selber umgeht, großen Einfluss darauf, ob man „ausbrennt“ oder nicht. Untersuchungen weisen darauf hin, dass u.a. folgende persönliche Stile mit einem erhöhten Burn-out-Risiko verbunden sind (Quelle: Andreas Hillert und Ulrich Voderholzer, www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org):

  • Perfektionistische Einstellungen („Ich muss alles richtig machen, darf mir keine Fehler erlauben.“ )
  • Ausgeprägtes Harmoniebedürfnis („Alle müssen zufrieden sein.“)
  • Geringe Erwartung an die eigene Kompetenz („Ich schaffe es ja doch nicht.“)
  • Geringe Erwartung an die eigene Selbstwirksamkeit („Ich bin nur ein ganz kleines Rad im Getriebe.“)

In der Prävention und Therapie geht darum, Maßnahmen zur Entspannung und Regeneration ins Leben zu integrieren. Weiters ist eine Reflexion der persönlichen (beruflichen) Ziele und Werte ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Es gilt zu klären: Welche Arbeitsbedingungen sind besonders belastend? Welche eigenen Bedürfnisse und Ziele wurden vernachlässigt? Welche Vorstellungen sind unrealistisch? Wo lässt sich etwas ändern? etc.
Bei schwerem Burn-out mit depressiver Symptomatik  kann auch eine medikamentöse und gegebenenfalls stationäre Therapie angezeigt sein.