Tourette

Die genaue Zahl der Patient*innen mit Tourette Syndrom ist nicht bekannt, nicht zuletzt auch deshalb, weil das relativ seltene Syndrom oft fehldiagnostiziert wird. Eine Häufigkeit von 50 : 100.000 Einwohner gilt als wahrscheinlich. In Österreich gäbe es demnach ca. 3.500 Patient*innen mit Tourette Syndrom. Es tritt bei Männern etwa dreimal so häufig auf wie bei Frauen.Oft treten die ersten Tics im Alter von 7 Jahren auf und sind im Alter von 14 Jahren bei den meisten Patienten voll ausgeprägt.
Die richtige Diagnose ist oft schwierig zu stellen, da die Symptome der relativ seltenen Erkrankung für eine gewisse Zeit willentlich unterdrückbar sind.

Wie schon erwähnt leiden Kinder mit Tourette Syndrom oft zusätzlich unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, so daß der Umgang mit ihnen spezielles pädagogisches Engagement erfordert. Sehr häufig entwickeln Eltern von betroffenen Kindern in ihrer Unwissenheit Schuldgefühle, da sie sich für deren Symptome, die sie für psychogen halten, erzieherisch verantwortlich fühlen. Auch Erwachsene mit Tourette Syndrom werden vielfach diskriminiert und in ihrer beruflichen und privaten Entfaltung eingeschränkt.

Die genaue Ursache des Tourette Syndroms ist noch nicht bekannt. Es gibt aber einige Hinweise, dass eine Hirnstoffwechselstörung auf der Ebene der Neurotransmitter (bestimmter Botenstoffe der Nervenzellen) vorliegt. Diskutiert werden derzeit v.a. Dopamin und Serotonin. Bisherige Untersuchungen sprechen für eine starke genetische Komponente. Wenn ein nicht notwendigerweise erkrankter Elternteil die Erbanlage für das Tourette Syndrom in sich trägt, wird diese mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit an das Kind vererbt.
Quelle: Österreichische Tourette Gesellschaft (www.tourette.at)

Die Tics bessern sich zumeist unter psychopharmakalogischer Behandlung. Ergänzend ist Psychotherapie oft hilfreich, um mit der Erkrankung besser umgehen zu lernen. Viele Tourette-Patient*innen berichten davon, dass die Tics durch emotionalen Stress verstärkt werden und durch Psychotherapie eine Symptomreduktion eintritt. Ein erfolgversprchender neuerer Therapieansatz ist z.B. das Habit Reversal Training.