21. Oktober 2017

Trauma

Unter Trauma versteht man eine schwerwiegende, belastende Lebenserfahrungen, die bei den Betroffenen Gefühle der Hilflosigkeit, des Entsetzens, des Schmerzes hervorrufen. Traumatisierende Ereignisse können z.B. Naturkatastrophen, Kriege, Geiselnahmen, Folter, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person, oder Unfälle mit drohenden ernsthaften Verletzungen sein.

Es wird zwischen Monotrauma und Poltrauma unterschieden: Unter Monotrauma versteht man ein einmalig auftretendes, außergewöhnlich belastendes Ereignis mit Schockcharakter (z.B. einen Autounfall), ein Polytrauma ist eine anhaltende oder wiederholte Traumatisierung (etwa langjähriger sexueller Missbrauch).

Darüber hinaus spricht man von einer Sekundärtraumatisierung, wenn Menschen nicht direkt vom Trauma betroffen sind, jedoch traumatisiert werden indem sie das Trauma eines anderen Menschen miterleben. Betroffen von Sekundärtraumatisierungen sind oftmals Angehörige und Menschen in helfenden Berufen wie z.B. Rettungskräfte.

Der Traumaverlauf lässt sich in drei Phasen (Schock- Einwirkung – Erholung) einteilen. Im günstigsten Fall beginnen sich Betroffene nach zwei bis vier Wochen von ihrem Trauma zu erholen. Das traumatische Ereignis kann dann zwar immer noch von zentraler Bedeutung und die Folgeerscheinungen sehr schmerzlich sein, es kehrt aber auch das Interesse am normalen Leben wieder.
Jedoch nicht alle Betroffenen erholen sich wieder. In diesem Fall spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Typische Symptome für eine Posttraumatische Belastungsstörung sind
– blitzartig auftretenden Nachhallerinnerungen (Flashbacks)
– wiederholtes Erleben des Traumas in Träumen
– Gefühlsstörungen im Körper, wobei Betroffene gleichsam „einfrieren“ (Freezing)
– starke gefühlsmäßige und körperliche Belastungssymptome bei allem, was an das Trauma erinnert
– anhaltende Vermeidung von Reizen, Aktivitäten, Situationen, die an das Trauma erinnern könnten
– Gefühl von Betäubtsein und emotionale Stumpfheit, Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit, gedankliches Wegdriften; fallweise kommt es als Folge zu Selbstbeschädigungen, wobei Betroffene sich selbst verletzen, um sich wieder zu spüren
– vegetative Übererregtheit mit übermäßiger Schreckhaftigkeit und Schafstörungen, Reizbarkeit
– Amnesie: Unfähigkeit, wichtige Aspekte des Traumas zu erinnern (während des Traumas eine wichtige Schutzfunktion)

Die Symptomatik von Traumatisierungen ist vielschichtig. Chronifizierte Traumafolgestörungen können zu Angststörungen, Depression, Essstörungen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen führen (Komorbidität).