21. Oktober 2017

Zwangserkrankungen

Gewohnheiten und Rituale sind Bestandteil unseres Lebens und erleichtern uns den Alltag. Zwangsstörungen hingegen sind davon deutlich zu unterscheiden, da diese für Betroffene und auch deren Angehörige eine enorme Belastung darstellen. Eine Zwangserkrankung wird dadurch charakterisiert, dass es sich um eine extreme Steigerung dieser Handlungen handelt. Die Betroffenen wenden in der Regel viel Zeit auf, diese Rituale durchzuführen und stehen vielfach unter großem Leidensdruck, der auch von körperlichen Beschwerden begleitet werden kann.

Es werden Zwangshandlungen und Zwangsgedanken unterschieden, oft treten sie in Kombination auf. Am häufigsten sind Kontrollzwänge (z.B. kontrollieren ob abgedreht, zugesperrt, … ist) und Wasch- bzw. Putzzwänge. Weiters existieren zwanghaftes Nachfragen, Ordnungszwänge, Zählzwänge und Sammelzwänge. Aktuelle Zahlen weisen auf eine Häufigkeit von Zwangsstörungen von rund 1 bis 4 Prozent hin. Männer und Frauen sind ungefähr gleich betroffen.

Ohne Therapie tritt bei den betroffenen kaum eine Symptomlinderung ein. Zu Beginn jeder verantwortungsvoll durchgeführten Verhaltenstherapie steht eine genaue Analyse der Bedingungen, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Zwangsstörung in betracht gezogen werden können.